Deutschland, 2. Bundesliga
Karlsruher SC – VfB Stuttgart 1:3 (0:1)
Wildparkstadion
30. Oktober, 13.30 Uhr
Zuschauer: (davon etwa 3.000 Gäste)
Als die Zeit des VfB Stuttgart in der Bundesliga am 34. Spieltag der vergangenen Saison in Wolfsburg ein vorläufiges Ende fand, gab es im Südwesten der Republik neben vielen traurigen auch einige freudige Gesichter. Bei denen, die den VfB allgemein nicht ausstehen können und bei denen, die sich schon da auf die bevorstehenden Derbys mit dem Karlsruher SC freuten.
Im Oktober begann schließlich der Kartenvorverkauf für das BW-Derby. Clevere KSC-Mitarbeiter hatten wohl schon eine Vorahnung, welches Klientel sich alles mit Karten für diesen Tag eindecken könnte und deshalb einen schlauen Plan ausgedacht: Karten sollten nur an Personen „aus dem KSC Faneinzugsgebiet“ verkauft werden. Noch schlauere KSC-Mitarbeiter hatten in der Zwischenzeit wohl noch überlegt, wie man weiteres Geld in die Vereinskassen spülen kann. Ergebnis der Überlegungen: Wer Karten für das Nürnberg-Heimspiel kaufte, konnte auch Derbykarten erwerben. Lustigerweise wurden beim Verkauf weder Ausweis noch irgendwas Anderes kontrolliert. Es hätte sich also jeder Depp anstellen können. So wissen wir zwar nach wie vor nicht, ob wir zum KSC-Einzugsgebiet gehören, hatten aber Karten für das Spiel in den Händen.
Am Derbytag versammelten sich rund ums Stadion mehr Männer in Uniform als auf nordkoreanischen Parteitagen. Rechtzeitig waren wir am Stadion und konnten die Vorbereitungen für eine große KSC-Choreo beobachten. Zum Einlauf der Mannschaften wurden erst Folienstäbe in den Farben Badens und eine Blockfahne mit dem Logo der Fanszene hochgehalten, anschließend wurde im zweiten Teil eine große Blockfahne über die gesamte Gegengerade hinuntergelassen (siehe Fotos).
Im Gästeblock wurden ein paar Fahnen hochgezogen, was auf eine Pyroshow zu Spielbeginn hindeutete. Als die Fahnen wieder runtergelassen wurden sah es für ein paar Sekunden nach einem Fake aus, ehe doch noch ein halbes Dutzend rote Rauchtöpfe gezündet wurden. Sah ehrlich gesagt nicht wirklich optimal aus. Bei den ganzen Kontrollen natürlich nicht selbstverständlich, dass da überhaupt so viel durchgekommen ist, aber man hätte das vielleicht besser in die Pyroshow zu Beginn der zweiten Halbzeit integrieren sollen. Die war nämlich sehr gelungen.
Von unserer Position aus waren die VfB-Fans meistens lauter zu vernehmen. Als sich der Sieg abzeichnete, wurde das auch immer deutlicher. Von KSC-Seite gab es eine ganze Reihe provokanter Spruchbänder. Insgesamt war die ganze Hysterie im Vorfeld aber doch etwas übertrieben.



















