Frankreich, Ligue 1
04. November 2016, 20:45 Uhr
Montpellier HSC – Olympique Marseille 3:1 (2:0)
Stade de la Mosson
Zuschauer: 18.451 (davon etwa 1.500 Gäste)
Die Fanszene von Olympique Marseille gilt als eine der Legendärsten in ganz Europa, weshalb ich diese unbedingt einmal im Stadion erleben wollte. Die Gelegenheit ergab sich beim Auswärtsspiel in Montpellier Anfang November.
Der Spielort, das Stade de la Mosson, ist mit zwei Straßenbahnlinien an die Innenstadt angebunden. Dabei ist unbedingt der Kauf einer Fahrkarte zu empfehlen, da diese sehr regelmäßig kontrolliert werden (drei Kontrollen in zwei Tagen). Versucht man die Karte an einem Automaten zu kaufen, sollte man unbedingt ausreichend Kleingeld bereithalten. Denn die Automaten schlucken weder Scheine noch können sie Geld wechseln.
Beim Ausstieg an der Haltestelle ist das Stadion schon zu erkennen. Es wurde 1972 erbaut und war Spielort bei der Fußball Weltmeisterschaft 1998. Drei Tribünen bestehen, wie so oft in Frankreich, aus einem kleinen Unterrang und einem größeren Oberrang. Die Gegengerade stellt jedoch einen krassen Stilbruch dar. Sie besitzt im Gegensatz zum Rest kein Dach, stattdessen einen dritten Rang. Insgesamt ist das knapp 33.000 Zuschauer fassende Stadion durchaus einen Besuch wert.
Aufgrund der schlechten Wetterprognose erstand ich eine Eintrittskarte für die Petite Camargue. Dies brachte zwar eine schlechte Perspektive auf den Heimblock mit sich, jedoch waren trockene Füße für mich das schlagkräftigere Argument.
Die Heimseite, um die Armata Ultras, präsentierte zum Einlauf der Mannschaften eine kleine Choreographie mit Folienschals in den Vereinsfarben. Über die komplette Spielzeit wurden Fangesänge angestimmt und kleine Schwenkfahnen geschwenkt. Insgesamt ein solider Auftritt von der Heimseite.
Aus der südfranzösischen Hafenstadt machten sich rund 1.500 Gäste auf den Weg ins Département Hérault. Das 1984 gegründete Commando Ultra, welches als Begründer der Ultraszene in Frankreich gilt, und die Southwinners 87 positionierten sich im Unterrang des Gästeblocks, während die 1988 gegründeten Fanatics aus dem Oberrang ihr Team unterstützen. Zu Spielbeginn gab es im Unterrang eine Blockfahne und etwas Rauch zu sehen. Im weiteren Verlauf konnten die Gäste immer wieder auf der Gegenseite vernommen werden, allerdings wirkte der Support der verschiedenen Gruppen etwas unkoordiniert, worunter die Lautstärke litt.
Auf dem Platz war Montpellier die spielbestimmende Mannschaft, sodass zur Halbzeit ein verdientes 2-0 auf der Anzeigetafel abzulesen war. Nach der Pause erhöhte OM die Schlagzahl und konnte den Anschlusstreffer erzielen. Dieser wurde im Gästeblock mit einigen Böllern gefeiert. In Anbetracht der Vorkommnisse um das Stade de France vor einem Jahr war die Reaktion der Zuschauer durchaus bemerkenswert. Es gab weder Pfiffe, Schmähgesänge oder eine aufgebrachte Durchsage vom Stadionsprecher. Gerade als das Spiel noch einmal an Fahrt aufnahm, konnte Montpellier mit einem Konter den 3-1 Endstand markieren.







