Deutschland, Regionalliga Südwest
SV 07 Elversberg – Kickers Offenbach 0:0
Waldstadion an der Kaiserlinde
24. September 2016, 14:00 Uhr
Zuschauer: 1.978 (davon etwa 250 Gäste)
Das letzte Sommerwochenende des Jahres war wie gemacht für eine schöne Hopping-Tour. Wirkliche Kracher in der Region hatte der Spielplan an diesem Wochenende nicht zu bieten und man wollte nicht schon wieder durch die halbe Republik fahren. Stattdessen eröffnete sich erfreulicherweise die Chance auf einen Doppler und zwei neue Grounds. Das Oberliga-Heimspiel von Borussia Neunkirchen war erst um 17.30 Uhr angesetzt. Im Nachbarort Elversberg (Luftlinie nur ein paar Kilometer) empfing die heimische SVE hingegen bereits um 14 Uhr die Offenbacher Kickers. Insbesondere das Ellenfeldstadion stand schon lange auf unserer Liste. Jetzt konnten wir endlich ein Kreuz machen.
Unsere Tour startete in Saarbrücken. Bedauerlicherweise gibt es in unseren Reihen einige unverbesserliche Hopper, die eine Tour mit Kultur verbinden wollen. Ich sage es in aller Deutlichkeit: Ihr macht unseren Sport kaputt! Also am Samstagmorgen eine Stunde durch die Landeshauptstadt getingelt und ein paar Sachen angeschaut.
Als das abgehakt war ging es endlich mit der Bahn nach Elversberg oder besser gesagt: in Richtung Elversberg. Der Ort selbst hat keinen eigenen Bahnhof. Auf der Homepage werden als Anreiseoptionen drei mehr oder weniger komplizierte Optionen genannt. Bei manchen Spielen gibt es einen Shuttlebus vom Bahnhof Neunkirchen, das schien heute abernicht der Fall zu sein.
Wir entschieden uns also für:
„Mit dem Zug (Deutsche Bahn) von Saarbrücken Hauptbahnhof nach Friedrichsthal Hauptbahnhof
Mit dem Bus (Saar VV): Friedrichsthal Hauptbahnhof > Elversberg / Haltestelle Turnhalle (Fahrzeit 6 Minuten)
Alternativ von Friedrichsthal nach Elversberg 15 bis 20 Minuten Fußweg“
Klingt einfach? War es aber nicht. Gerne hätten wir vom heruntergekommenen „Hauptbahnhof“ in Friedrichsthal den beschriebenen Bus genutzt, die fahren samstags allerdings nur einmal pro Stunde. Also zu Fuß auf den Weg in den Nachbarort gemacht. Normalerweise kann man bei der auf den Vereinsseiten angegeben Dauer des Fußwegs ein paar Minuten abziehen. Dieses Mal mussten wir eher fünf bis zehn Minuten draufrechnen.
Am Stadion angekommen erblickten wir ein mittelgroßes Parkchaos am Straßenrand. Einen vernünftigen Parkplatz gibt es anscheinend noch nicht. Dabei gibt es direkt neben dem Stadion eine große brachliegende Wiese. Die Infrastruktur ist definitiv noch ausbaufähig.
Im Ausbau befindet sich derzeit auch die Kaiserlinde bzw. ursapharm-Arena, wie sie nach einem lokalen Pharmahersteller jetzt bedauerlicherweise umbenannt wurde. Für kolportierte acht Millionen Euro wird das Stadion von 10.000 auf 15.000 Plätze aufgestockt und DFB-Regularien angepasst. Die Haupttribüne ist schon länger fertig, aktuell ist die eine Hintertortribüne an der Reihe, die meines Wissens vorher Standort der Fanszene war und das vermutlich auch wieder sein wird?
Aktuell stehen die Heimfans im Steh-Block auf der Gegengerade. Der Block war gut gefüllt. In der Mitte bemühten sich etwa 20 bis 30 Fans rund um die Horda Fanatica um Stimmung.
Die Offenbacher haben wir schon mit mehr Leuten auswärts gesehen, 200 bis 300 dürften es schätzungsweise gewesen sein. Die Fanszene positionierte sich auf der kleinen Hintertortribüne, viele Normalo-Fans standen hingegen auf der Gegengerade. War nicht wirklich ein geschlossenes Bild.
Stimmungstechnisch neutralisierten sich beide Seiten weitgehend – sowohl auf dem Platz als auch auf den Rängen. Der Stadionsprecher erinnerte vor dem Spiel noch einmal an das wohl spektakuläre 4:3 beim letzten Aufeinandertreffen in Elversberg.
Dieses Jahr war es trotz zwei eigentlich spielstarker Teams ein ziemlich mauer Kick. Wenige Torszenen und vor allem zwei Teams, die nicht alles taten, um zu gewinnen, führten zu einem lange vor Schluss absehbaren torlosen Unentschieden. Einzig Ex-Bundesligaprofi Edmond Kapllani konnte auf Seiten der Elversberger zeigen, warum sie von vielen als Meisterschaftsfavorit gehandelt werden. Der Star der Offenbacher hingegen war definitiv kein aktiver Spieler, sondern ihr Trainer, der Ex-Bremer und –Schalker Olli Reck, der seit Anfang des Jahres bei seinem ersten Profiklub an der Seitenlinie steht, beziehungsweise eher sitzt und ab und zu wie besessen aufspringt und emotional alles gibt.
Lustig anzuschauen war ansonsten noch der Handshake zwischen dem 1,93-Hünen Reck mit seinen gefühlt ebenso breiten Schultern und dem Elversberger Trainer Michael Wiesinger, der mit seinen 1,70 wie ein Balljunge aussah. Dass wir das berichten, zeigt, dass es sonst nicht viel zu berichten gibt. Spiel und Stimmung plätscherten so vor sich hin und wir waren am Ende ganz froh uns auf zum Ellenfeldstadion machen zu dürfen.













