Deutschland, Regionalliga West
SG Wattenscheid 09 – Wuppertaler SV 1:2 (0:1)
Lohrheidestadion
8. Oktober 2016, 14.00 Uhr
Zuschauer: 1990 (davon etwa 700 Gäste)
Zu privaten Zwecken zog es mich an diesem Wochenende nach Dortmund. Weil ich ansonsten eher selten in den Pott komme, wollte ich unbedingt noch ein Spiel mitnehmen. Die Wahl fiel schließlich auf die Dortmunder Amateure gegen den SV Rödinghausen. Ein Spiel in der Roten Erde hatte ich nur mal zehn Minuten von außen vor einem Spiel im Westfalenstadion gesehen. Einen Haken konnte ich hinter diesen Ground also bisher noch nicht setzen. Zudem war die Anreise am einfachsten und schnellsten zu bewerkstelligen. Mitte der Woche checkte ich noch einmal bei fussball.de und schloss meine Planungen gedanklich ab. Ein Fehler.
Denn bei der Ankunft am Stadion stellte sich heraus, dass das Spiel zwei (Z-W-E-I !!!) Tage vorher verschoben worden war. Was für eine lächerliche Scheiß-Aktion! Angeblich, weil auf Seiten des BVB mehrere Spieler zur U20-Nationalmannschaft abgestellt werden mussten. Wusste man das wirklich erst zwei Tage vorher?
Auch wenn ich in dem Moment am liebsten das Stadion kaputtgetreten hätte, war meine Lust auf Fußball, Bratwurst und Bier einfach zu groß. Also Frust beiseite geschoben und überlegt, wie man den Tag noch retten konnte. Einzige Ansetzung in der Nähe war Wattenscheid gegen Bochum. Allerdings zeigte die Uhr schon 13:30 an. Aber okay, versuchen zur zweiten Halbzeit da zu sein kann man ja mal. Also schnell zurück zum Hauptbahnhof und dort in den Zug nach Wattenscheid gesetzt. Mithilfe von google maps zum Stadion gesprintet und zur 35 Minute stand ich tatsächlich auf der Tribüne.
Der Ground ist ganz nett. Eine große Haupttribüne, eine etwas kleinere Gegengerade mit Stehplätzen im unteren und Sitzplätzen im oberen Bereich und Stehplätzen in den Kurven. Die SG Wattenscheid hat eine kleine Fanszene, die im unteren Bereich der Gegengerade steht. Etwa 20 Leute beteiligten am Support, den ich als durchschnittlich bezeichnen würde.
Die Gäste aus Wuppertal verteilten sich über eine Kurve (Stehplätze) und einen Teil der Haupttribüne (Sitzplätze). Die Anzahl Gästefans überraschte mich positiv. Klar, in NRW sind die Distanzen vergleichsweise kurz und der WSV spielt eine gute Saison, aber das war schon in Ordnung. Die Stimmung im Gästeblock war ebenfalls gut und trotz des fehlenden Dachs kam einiges bei mir auf der anderen Seite an. Besonders die Wechselgesänge mit den Sitzplatz-Gästen und die Pöbeleien (gegen Essen, Düsseldorf und Wattenscheid) erreichten eine ordentliche Lautstärke.
Wenn man schon in Wattenscheid zu Gast ist, muss ein Absatz auch den kulinarischen Aspekten gewidmet werden. Die Wattenscheider Stadionwurst gilt als eine der besten oder sogar als die beste in ganz Deutschland. Es gibt sogar ein paar prominente „Fans“ wie etwa Jürgen Klopp.
Positiv zu erwähnen ist auf jeden Fall der Preis. Ich weiß nicht, wann ich im Stadion zuletzt zwei Euro für eine Bratwurst bezahlt habe. In manchen Bundesliga-Arenen zahlt man ja inzwischen schon 3,50 Euro. Bei einem Besuch im Pott wollte ich aber lieber eine Brat-Curry probieren. Das ist im Südwesten ja eher weniger verbreitet. Die Brat-Curry war preislich mit 2,50 Euro ebenfalls total im Rahmen und auch die Soße hat gut geschmeckt. Ob es jetzt wirklich die beste in ganz Deutschland ist? Puh ich muss denke ich noch ein paar mehr Würste essen, bevor ich das wirklich beurteilen kann.
Insgesamt war es ein sehr gutes Alternativprogramm. Sogenannte Hopper gegen Terminwillkür!
Leider hatte ich nur meine schäbige Handykamera dabei. Bilder sind dementsprechend.






