Borussia Neunkirchen vs. TSG Pfeddersheim

Deutschland, Oberliga Rheinland Pfalz/Saar

Borussia Neunkirchen – TSG Pfeddersheim 0:2 (0:1)

Ellenfeldstadion

24. September 2016, 17.30 Uhr

Zuschauer: knapp 300

Nach dem Abpfiff in Elversberg wartete unmittelbar die nächste Herausforderung: Rechtzeitig den Weg nach Neunkirchen finden. Während der Partie hatte man sich schon etwas im Stadion umgehört, wie der Weg denn am besten zu bewerkstelligen wäre. Zu Fuß? „Nee Jungs, das ist zu weit.“ Mit Bus und Bahn? „Puuh keine Ahnung, die fahren hier am Samstag nicht so oft.“ Ja, das hatten wir inzwischen auch schon bemerkt.

Überraschenderweise ging es dann doch relativ problemlos. Ein Bus brachte uns vom Elversberger Stadion erneut zum pulsierenden Bahnhof in Friedsrichsthal, wo wir in einen Bummelzug Richtung Neunkirchen stiegen. Da nochmal einen Bus in Richtung Stadion genommen und wir schafften es tatsächlich pünktlich zum Anpfiff ins Ellenfeldstadion.

Auch wenn wir in der letzten Zeit etwas rumgekommen sind: So ein flaues Gefühl im Magen beim Betreten eines Stadions ist eher selten. Mit Worten lässt sich das schlecht beschreiben. Die Bilder sprechen hoffentlich für sich. Insgesamt ein absolut geiles Teil und ein Paradies für Hopper.

Deshalb an dieser Stelle eine Entschuldigung an alle Borussia-Fans, die jedes Wochenende einen Hopper nach dem anderen ertragen müssen, die wie eine Horde japanische Touristen mit Kamera und offenen Augen durchs Stadion laufen. Wenn man sich hier jeden Samstag fünfte Liga reinziehen muss, ist einem wahrscheinlich irgendwann auch das Stadion lachs.

Es ist müßig zu erwähnen, das Neunkirchen „schon bessere Zeiten gesehen hat“, wie man in solchen Berichten gerne schreibt. Der Verein scheint sportlich und fantechnisch ziemlich am Boden zu sein. Im vergangenen Herbst schlitterte man nur haarscharf an der Insolvenz vorbei, wirklich gelöst scheinen die (finanziellen) Probleme aber bis heute nicht zu sein.

Mit der „Garde Noire“ wurde die führende Fangruppierung aufgelöst, gegen Pfeddersheim hing lediglich die „Husaren“-Zaunfahne im Block. Insgesamt waren knapp 300 Zuschauer im Stadion. Ein Großteil davon schon im Rentenalter und mit Erinnerungen an vergangene, bessere Jahre. Nur: Wer geht hier in 20 Jahren noch ins Stadion?

Zur aktuellen Lage passt auch, dass im darauffolgenden Heimspiel im „Stahl-Duell“ gegen Völklingen mit Hilfe von Freikarten und großangelegter Mobilisierung ein neuer Oberliga-Zuschauerrekord aufgestellt werden sollte. 5000 Zuschauer wurden angepeilt, 2600 wären für einen neuen Rekord notwendig gewesen. Am Ende kamen 1300. Sicherlich nicht schlecht, aber bei normalen Spielen sind es dann eben wieder nur zwei bis dreihundert.

Insgesamt stecken wir aber zu wenig drin im Thema um es richtig bewerten zu können. Wir würden uns jedenfalls freuen, wenn Neunkirchen in ein paar Jahren ein bis zwei Ligen höher spielt. Sportlich wäre dem Verein ein Aufstieg in die Regionalliga zu wünschen. Leider erinnert die Regionalliga wirtschaftlich eher an Russich Roulette. Mindestens ein Verein kratzt wirtschaftlich jedes Jahr ab. Die Anforderungen an die Vereine sind schon fast auf Profi-Niveau, nur die Einnahmen bleiben im unteren Bereich stehen. Wie auch immer: Traditionsvereine never surrender!

Zum Spiel: Die Gäste aus dem Wormser Vorort waren überlegen und fuhren verdient einen 2:0-Auswärtssieg ein. Die Zuschauer nahmen es mit einer Mischung aus Frust und Resignation hin und schlichen wie die Spieler wortlos aus dem Stadion. Auch wir machten uns anschließend schnell auf den Heimweg.

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