Deutschland, Regionalliga West
Wuppertaler SV – Rot-Weiß Essen 0:0
9. August 2016, 19.30 Uhr
Stadion am Zoo
Zuschauer: 11.243 (davon etwa 2000 Gäste)
Als nach neunzig torlosen Minuten der Schlusspfiff ertönte, stapfte ein Großteil der Zuschauer relativ schnell in Richtung Ausgang. In Gedanken schon beim anschließenden Bier in der Kneipe oder der Arbeit am nächsten Morgen. Auch unsere Vordermänner im Pulk schienen mit ihren Gedanken überall zu sein, nur nicht mehr im Stadion. Dann blieb plötzlich einer stehen, schaute für einen Moment etwas peinlich berührt seinen Nebenmann an und sagte:
„Du Frank, ich glaube wir müssen noch die Zaunfahne holen.“
So ist das in englischen Wochen. Wenn auf einen Arbeitstag am Abend noch ein Fußballspiel folgt und man am Ende das wichtigste Utensil im Stadion vergisst.
Tatsächlich gibt es im Stadion am Zoo sehr viele und zum Teil sehr alte Zaunfahnen zu bestaunen. Hoffentlich bleibt das auch in Zukunft so.
Die Fahrt an die Wupper begann für uns am Dienstagnachmittag im Südwesten der Republik. Neben Sparpreisen der Deutschen Bahn hatten wir uns auch mit reichlich Bier eingedeckt. Wir erklären besser nicht, wie man auf die Idee kommt, an einem Dienstag eine zwölfstündige Tour für ein Viertligaspiel in Wuppertal auf sich zu nehmen. Die lange Sommerpause, das Stadion am Zoo und die beiden Fanszenen dürften aber eine Rolle gespielt haben. Kurzer Umstieg in Köln, schnell ein Kölsch gekauft und weiter. Eine gute Stunde vor Spielbeginn kamen wir in Wuppertal an.
Mit der berühmten Schwebebahn ging es bis vor die Tore des Stadions. Dort ließ schon die Länge der Schlange vor dem einzigen (!) Eingang für Gegengerade und den Fanblock der Wuppertaler ein großes Zuschaueraufkommen erahnen. Der Verein hatte für das Derby im Vorfeld auch ordentlich die Werbetrommel gerührt. Es wurde sogar eine Stadtwette gestartet, mit dem Ziel 10000 plus X Zuschauer ins Stadion zu bekommen. Das Ziel wurde erreicht: Über 11000 schauten sich das Spiel an, das leider nicht mit der tollen Kulisse mithalten konnte. Man würde sagen: ein typisches 0:0.
Noch ein paar Worte zum Geschehen auf den Rängen: Ordentliche Choreo der Wuppertaler, gute Anzahl an Gästefans und viele Pöbeleien auf beiden Seiten. Wenn man sich dann mal wieder in Erinnerung ruft, dass es Dienstagabend und ein Viertligaspiel war, muss man schon anerkennend den Daumen heben.
Nach dem Spiel ging es dann mit dem letzten Zug des Tages zurück nach Süden. Pünktlich zu den letzten Entscheidungen der Olympianacht war man dann wieder zu Hause. Mit dem Finaleinzug von Schwimmer Marco Koch ging es dann endlich ins Bett.



















