Deutschland, 2. Bundesliga
FSV Frankfurt – TSV 1860 München 2:1 (0:0)
Stadion am Bornheimer Hang
15. Mai 2016, 15.30 Uhr
Zuschauer: 12.542 (davon etwa 5.000 Gäste)
Letzter Spieltag, letzte Chance den Bock noch einmal umzustoßen. Dies galt auch für den FSV Frankfurt, der mit einem Sieg im letzten Heimspiel gegen 1860 München noch die Chance auf den Relegationsplatz hatte. Für die Münchner war die Saison eigentlich gelaufen, nach dem man sich einen Spieltag zuvor den Klassenerhalt sicherte.
Diese Ausgangslage bestärkte uns nach Frankfurt zu fahren, um dem Stadion am Bornheimer Hang einen Besuch abzustatten. Das Stadion besteht aus zwei überdachten Sitzplatztribünen und zwei nicht überdachten Stehplatztribünen hinter den Toren.
Für die Fans von 1860 München galt das Auswärtsspiel beim FSV Frankfurt im Vorfeld als Endspiel um den Klassenerhalt, sodass sich um die 5.000 Münchner auf den Weg nach Hessen machten. Insgesamt konnten sie eine komplette Hintertortribüne füllen und auch auf der Gegengerade waren etliche Sechziger zu erkennen.
Die aktive Fanszene von 1860 München zeigte zum Einlauf der Mannschaften eine gigantische Pyroshow aus weißem und blauem Rauch. Untermalt wurde diese von Leuchtspuren, die gen Himmel geschossen wurden. Auch der Support war durchgehend laut und gut. Einige Male konnte die komplette Tribüne zum Mitmachen und Mitschunkeln bewegt werden. Nach dem 1-0 durch Rama zu Beginn der 2. Hälfte wurden um die 20 Bengalen gezündet, was auch ein sehr geiles Bild abgab. Alles in allem konnte man sich sehenswert in die Sommerpause verabschieden, obwohl es in dem Spiel eigentlich um nichts mehr ging.
Nach dem 1-0 konnte der FSV Frankfurt zweimal per Strafstoß zurückschlagen, sodass sich die Bornheimer dank der Führung wieder berechtigte Hoffnungen auf den Klassenerhalt machen durften. Allerdings verbreitete sich kurz vor Schluss die Nachricht, dass Duisburg im Parallelspiel führte und damit der FSV direkt abgestiegen war. Der Schiedsrichter pfiff ab und es stand fest, dass die Gegner in der kommenden Saison nicht Braunschweig oder VfB Stuttgart heißen, sondern VfR Aalen und Werder Bremen II. Der ein oder andere Bornheimer vergoss deswegen dicke Krokodilstränen. Die Mehrheit starrte fassungslos, aber ohne größere Proteste, aufs Spielfeld.
Als besonders kurios ist die Frankfurter Fanszene zu beschreiben. Es existieren zwei Ultragruppen (Pugnatores und Senseless Crew), die mit maximal 40-50 Mann gegeneinander supporten. Darüber hinaus versucht noch ein Haufen „Normalos“ auf eigene Faust Stimmung zu machen, sodass teilweise drei Lieder gleichzeitig gesungen werden. So etwas haben wir auch noch nicht erlebt.

















